Medizinethik

Die Biomedizinethik befasst sich mit der Frage, wie wir in der modernen biomedizinischen Praxis und Forschung ethisch handeln können. Dabei geht es um ‚klassische’ klinisch-ethische Herausforderungen; etwa wann eine Therapiezieländerung am Lebensende ethisch zulässig ist oder wie knappe Spenderorgane gerecht verteilt werden können. Fragen der Forschungsethik – also ob eine bestimmte Form der Forschung ethisch problematisch, zulässig oder sogar geboten ist – gehören ebenso zum Themenspektrum des Faches wie der ethische Umgang mit Innovationen in der biomedizinischen Praxis und Forschung. Und nicht zuletzt rücken immer mehr Probleme mit direkt gesellschaftlicher Dimension ins Zentrum der medizinethischen Arbeit, etwa Fragen nach der gerechten Verteilung der Ressourcen im Gesundheitswesen oder die ethischen Herausforderungen in der Bevölkerungsmedizin (Public Health)

Der Geschäftsbereich organisiert die Lehre im Querschnittsbereich Ethik, Geschichte und  Theorie der Medizin im Medizinstudium (Lehrveranstaltungen)

Klinische Ethikberatung

Das Institut organisiert die klinisch-ethische Beratung im UKSH und ist für alle Mitarbeiter, Patienten und ihre Angehörigen erreichbar:

Konsile oder Fallbesprechungen auf der Station können hierüber kurzfristig vereinbart werden.

Mit Verabschiedung der Geschäftsordnung im September 2017 konnte das klinische Ethikkomitee (KEK) am Campus Kiel seine Arbeit aufnehmen. Das Ethikkomitee des UKSH, Campus Kiel, dient als unabhängiges Gremium der Beratung, Orientierung und Information in medizinethischen klinischen Fragen. Es versteht sich als ein Forum für kontroverse moralische Entscheidungsfindungen und bietet die Chance, anstehende oder bereits getroffene Entscheidungen interdisziplinär und interprofessionell ethisch zu reflektieren und aufzuarbeiten.

Das Klinische Ethikkomittee ist NICHT für Fragen der Beratung bei Forschungsprojekten, Medikamentenstudien etc. zuständig. Die Zuständigkeit für forschungsethische und -rechtliche Belange liegt bei der Ethik-Kommission der Medizinischen Fakultät der Christian-Albrechts-Universität. Bitte wenden Sie sich in diesen Fällen direkt an die  Ethik-Kommission.

Beratungsservice Forschungsethik

Wer eine Biomaterialsammlung plant oder mit klinischen Proben forschen möchte, benötigt das Votum der zuständigen Ethik-Kommission. Wesentlicher Bestandteil eines Ethikantrages sind die Aufklärungs- und Einwilligungsdokumente für Patientinnen und Patienten, Probandinnen und Probanden sowie Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Für die Erstellung dieser Dokumente zur Einreichung bei der Ethikkommission bietet das Biobanken-Netzwerk P2N der Medizinischen Fakultät der CAU einen Beratungsservice Forschungsethik an, der ärztliche und wissenschaftliche Kolleginnen und Kollegen in Hinblick auf die ethischen, rechtlichen und sozialen Aspekte bei ihrem Antrag berät. Dieses Angebot hilft, den Aufwand bei der Beantragung und Begutachtung für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wie für die Ethikkommission zu verringern und ist damit ein ergänzender Baustein zur Steigerung der Effizienz in der medizinischen Forschung an der CAU.

Als unterstützendes Material wurde eine generische modulare Aufklärung und Einwilligungserklärung für Patientinnen und Patienten sowie Probandinnen und Probanden erarbeitet, die sich an dem aktuellen Mustertext des Arbeitskreises Medizinischer Ethikkommissionen in Deutschland (AKEK) orientiert. Dieses generische Musterdokument hat bereits ein zustimmendes Votum der Ethik-Kommission der Medizinischen Fakultät der CAU erhalten und eröffnet die Möglichkeiten eines broad consent zur Verwendung von Biomaterialien und zugehörigen medizinischen Daten für aktuelle und zukünftige Forschungsprojekte.

Studien und Forschungsprojekte sowie Biobanken, die für die Nutzung von Daten und Biomaterial einen broad consent anstreben, haben die Möglichkeit, das oben genannte Dokument unter Anpassung weniger studienspezifischer Aspekte zu verwenden. Es steht neben weiteren Informationen hier zum Download bereit.

Kontakt:Gesine Richter, MA, MBA

 

 

 

Dr. Annette Rogge, Oberärztin, Kommissarische Leiterin des Geschäftsbereichs der  Medizinethik an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Institut für Experimentelle Medizin.

Frau Dr. Rogge